Spaniens Mittelmeerküste ist
etwa 1 660 Kilometer, die Atlantikküste etwa 710 Kilometer lang. Die
lange, ununterbrochene Gebirgskette der
Pyrenäen, die sich auf etwa 435 Kilometer vom Golf von Biscaya bis zum
Mittelmeer erstreckt, bildet im Norden die natürliche Grenze zu Frankreich
und damit zu Westeuropa. Im äußersten Süden trennt die Straße von
Gibraltar, die an ihrer schmalsten Stelle weniger als 13 Kilometer breit
ist, Spanien von Afrika.
Das spanische Festland
wird von drei unterschiedlichen Landschaftsräumen geprägt. Dies sind
das zentrale Hochland der Meseta, die randlich anschließenden Gebirge
sowie die äußeren Becken- und Gebirgslandschaften. Die mittlere Höhe
des Festlandes beträgt etwa 660 Meter über dem Meeresspiegel. Damit
ist Spanien nach der Schweiz das gebirgigste Land des europäischen
Kontinents.
Das ausgedehnte Hochland
der Meseta mit Madrid im Zentrum erstreckt sich über eine Fläche von
mehr als 250 000 Quadratkilometern. Diese Hochebene fällt von Osten
nach Westen sanft ab. Sie wird vom
Kastilischen Scheidegebirge und dessen Ausläufern
Sierra de Guadarrama und
Sierra de Gredos in die nördliche und die südliche Meseta
unterteilt. Höchste Erhebung in diesem Gebiet ist der
Pico de Almanzor mit 2 592 Metern. Die Gebirgszüge sind durch
zum Teil steilwandige Täler intensiv gegliedert. Die nördliche
Meseta umfasst die historischen Landschaften Altkastilien und León,
die größere südliche Meseta die Landschaften Neukastilien und
Extremadura.
An die zentral gelegene
Meseta schließen Gebirgszüge an. Nach Norden ist dies das
Kantabrische Gebirge mit dem bis 2 648 Meter hohen Massiv der
Picos de Europa. Im Osten wird die Hochebene vom
Iberischen Randgebirge umrahmt (in der Sierra de Moncayo bis
2 313 Meter hoch). Die geographische Grenze nach Süden markiert
die bis 1 323 Meter hohe
Sierra Morena. Im Westen fällt die Meseta allmählich über das
Tafelland in Extremadura zur Atlantikküste in Portugal ab.
Zu den höchsten der
äußeren Randgebirge des spanischen Festlandes gehören die
Pyrenäen im Norden und die Betische Kordillere mit der
Sierra Nevada im Süden. Höchster Gipfel der Pyrenäen, dem
Grenzgebirge zu Frankreich, ist der
Pico de Aneto mit 3 404 Metern. In der Sierra Nevada erhebt
sich der
Mulhacén (3 477 Meter) als höchster Berg der Iberischen
Halbinsel. Zwischen den inneren, die Meseta begrenzenden
Gebirgen und den küstennahen Hochgebirgen breiten sich
ausgedehnte Flusstäler aus. Weite Beckenlandschaften werden von
den längsten Flüssen der Halbinsel durchquert.
Die fruchtbaren
Küstenebenen sind überwiegend schmal und selten breiter als
30 Kilometer. An einigen Stellen reichen die Bergketten bis an
das Meer, wo sie zum Teil sehr steil abfallen und felsige
Landspitzen bilden. Dies ist besonders entlang der
Mittelmeerküste der Fall, wo sich einzelne Ausläufer des
Katalanischen Küstengebirges bis zum Meer hin ausdehnen.
Barcelona verfügt über den einzigen größeren Hafen an
diesem Küstenabschnitt. An der Küste im Nordwesten Spaniens,
besonders in
Galicien, gibt es einige bedeutende Häfen. Die
Voraussetzungen für die Entstehung geeigneter Buchten sind in
diesem Bereich überaus günstig. Durch nacheiszeitlichen
Anstieg des Meeresspiegels wurden in Galicien ehemalige, weit
ins Landesinnere hineinreichende Flusstäler überflutet und
bilden nun tief eingeschnittene Buchten (Riaküste).
In diesen Küstenbereichen entstanden ideale Naturhäfen.
Die Inselgruppe
der Balearen bildet geologisch die nordöstliche Fortsetzung
der Betischen Kordillere im Mittelmeer. Höchster Berg ist
der Puig Mayor auf Mallorca mit einer Höhe von 1 445 Metern.
Die höchste Erhebung auf dem gesamten spanischen Territorium
ist der
Pico de Teide (3 715 Meter) auf
Teneriffa, der größten der Kanarischen Inseln.
Auch wenn der
Boden in Spanien für eine agrarische Nutzung sorgfältig
bewässert und kultiviert werden muss, ist er eine reiche
und wertvolle natürliche Ressource. Das Spektrum
unterschiedlicher Bodentypen ist aufgrund der Größe der
Landes überaus breit. Während weite Teile des überwiegend
trockenen Landesinneren von wenig entwickelten Rohböden
bedeckt sind, ist in den feuchteren Regionen
Terra rossa großflächig verbreitet. Dieser Bodentyp
ist charakteristisch für die Teile des mediterranen
Raumes, in denen Kalkstein ansteht. Die
niederschlagsreichen Gebiete im Norden des Landes sowie an
den
Luvseiten der Gebirge sind mit fruchtbaren
Braunerden bedeckt. Die Landesteile in den trockenen
Bereichen des südöstlichen Spanien tragen überwiegend
graue, salzhaltige Halbwüsten- und Wüstenböden.
Die
längsten spanischen Flüsse durchqueren zum Teil
ausgedehnte Beckenlandschaften. Sie haben meist große
Einzugsgebiete; ihre Wasserscheiden verlaufen über die
Kämme der hohen Gebirgszüge. Die Hauptwasserscheide
zwischen Atlantischem Ozean und Mittelmeer verläuft
über die Gebirge, welche die Meseta im Norden und
Osten begrenzen.
Der für
kleinere Schiffe streckenweise befahrbare
Ebro im Nordosten Spaniens fließt in einem
breiten Becken zwischen den Pyrenäen und dem
Iberischen Randgebirge und mündet nach Durchqueren
des Katalanischen Küstengebirges in einem sich
ständig erweiternden
Delta ins Mittelmeer. Er ist 910 Kilometer lang
und der einzige der großen spanischen Flüsse, die in
das Mittelmeer entwässern. Die anderen Hauptflüsse
des Landes münden in den Atlantischen Ozean. Der
657 Kilometer lange
Guadalquivir durchfließt in Südspanien das
breite Andalusische Becken, das zum Atlantischen
Ozean hin in eine weite Tiefebene übergeht.
Duero (in Portugal Douro, Gesamtlänge
895 Kilometer),
Tajo (Tejo, 1 007 Kilometer),
Guadiana (818 Kilometer) und Miño (Minho,
310 Kilometer) entspringen in Spanien und münden in
Portugal in den Atlantik.
Der
Guadalquivir ist der tiefste Fluss Spaniens und
der einzige, der über eine gewisse Strecke für
größere Schiffe befahrbar ist. Die meisten
spanischen Flüsse sind zu schmal für die
Binnenschifffahrt und können auch kaum zur
Bewässerung genutzt werden. Zahlreiche Kraftwerke
dienen jedoch der Energiegewinnung aus
Wasserkraft. In Spanien gibt es keine größeren
natürlichen Binnenseen. An vielen Stellen der
großen Flüsse wurden künstliche Stauseen angelegt.