Malediven

  

Malediven (früher Maledivische Inseln), Inselrepublik in Südasien, im Norden des Indischen Ozeans, südwestlich der Südspitze Indiens gelegen. Die Malediven sind eine Inselkette mit rund 2 000 Koralleninseln, die in Atolle gruppiert sind. Die Inseln haben eine Gesamtfläche von 298 Quadratkilometern. Hauptstadt und größte Stadt der Malediven ist Male mit 62 973 Einwohnern (1995).

Karte der Malediven (Vergrößerung)

Physische Geographie
Auf dem Korallensandboden gedeiht nur eine spärliche Vegetation. Es wachsen Kokospalmen, Brotfruchtbäume, Bananen und Papayas. Bei feuchttropischem Klima liegt die durchschnittliche Jahrestemperatur bei 26,7 °C mit nur geringen, jahreszeitlich bedingten Schwankungen. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 1 524 Millimeter, die Niederschläge fallen hauptsächlich während des Sommermonsuns zwischen Mai und November.

Bevölkerung
Die Malediven haben 310 425 Einwohner (2000), die Bevölkerungsdichte liegt bei 1 042 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die am dichtesten besiedelten Atolle sind Male, das Wirtschaftszentrum der Inselgruppe, sowie Suvadiva und Tiladummati. 72 Prozent der Einwohner leben auf dem Land. Die Bevölkerung stammt von verschiedenen Volksgruppen ab. Sie weist u. a. indische, singhalesische, arabische und afrikanische Vorfahren auf. Der Islam ist Staatsreligion, und beinahe alle Einwohner sind sunnitische Muslime. Amtssprache ist Divehi, eine indoeuropäische Sprache, die mit dem Singhalesischen verwandt ist. Auf den Malediven besteht eine Schulpflicht von 4 Jahren, der Alphabetisierungsgrad liegt bei 96,3 Prozent.

Verwaltung und Politik
 Nach der Verfassung von 1968 sind die Malediven eine Präsidialrepublik im Commonwealth of Nations. Die Exekutive liegt beim Präsidenten, der für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählt wird. Der Präsident ernennt die Mitglieder des Kabinetts. Das Parlament (Majlis) besteht aus 50 Mitgliedern; von ihnen werden jeweils für fünf Jahre 42 vom Volk gewählt und acht vom Staatsoberhaupt ernannt. Die Malediven gliedern sich in 20 Distrikte und den Hauptstadtdistrikt.

Wirtschaft
Hauptstütze der maledivischen Wirtschaft ist die Fischerei mit einem Exportanteil von etwa 60 Prozent. Thunfisch steht an erster Stelle, aber auch Korallen und Muscheln werden gehandelt. Kokosnüsse sind das bedeutendste Anbauprodukt; die meisten Nahrungsmittel werden importiert. Im Wesentlichen beschränkt sich die Industrie auf die Fischverarbeitung und Produktion von Textilien. Die Tourismusbranche entwickelte sich seit 1972. Viele Inseln wurden für den Fremdenverkehr erschlossen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Malediven beträgt 368 Millionen US-Dollar (1998), das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei 1 400 US-Dollar. Landeswährung ist die Rufiyaa (= 100 Laari).

Geschichte
Die Inseln waren zunächst von buddhistischen Völkern aus Südasien bewohnt. Im 12. Jahrhundert konnte der Islam hier Fuß fassen. Die Portugiesen unterhielten Ende des 15. Jahrhunderts Handelsbeziehungen zu Male. Obwohl die Inseln von einem einheimischen Sultan regiert wurden, standen sie schon bald unter europäischem Einfluss. 1887 wurden die Malediven durch einen Vertrag zum britischen Protektorat erklärt. Die Inselkette wurde 1965 als Sultanat in die Unabhängigkeit entlassen. Das Volk stimmte 1968 für eine präsidiale Republik; die Monarchie wurde abgeschafft. Erster Präsident wurde Ibrahim Nasir; seit 1978 regiert Präsident Maumoon Abdul Gayoom. 1988 rief die Regierung indische Truppen zu Hilfe, um einen Putschversuch tamilischer Söldner zu vereiteln. Gayoom begann im November 1998 seine fünfte Amtszeit; bei den im Vormonat durchgeführten Wahlen war kein Gegenkandidat aufgestellt worden.

Seit Ende der achtziger Jahre ist es der maledivischen Regierung ein besonders wichtiges Anliegen, ihren Sorgen um den Treibhauseffekt, der zur Erhöhung des Meeresspiegels führen kann, in der Öffentlichkeit Ausdruck zu geben. Die Inseln sind wegen ihrer Lage besonders gefährdet. Den im Sommer 1999 veröffentlichten Ergebnissen einer Studie zufolge sind einige der flacheren Inseln massiv vom Untergang bedroht.

"District of Columbia," Microsoft® Encarta® Online Encyclopedia 2001
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