Dominikanische Republik

  

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Dominikanische Republik, Staat im Bereich der Westindischen Inseln. Das Gebiet erstreckt sich auf den östlichen Teil der Antillenhalbinsel Hispaniola und grenzt im Westen an Haïti. Mit seinen 48 400 Quadratkilometern ist es etwas größer als Niedersachsen. Hauptstadt ist Santo Domingo, Amtssprache Spanisch.

Physische Geographie
Die Dominikanische Republik ist gebirgig. Sie gliedert sich durch mehrere nordwest und südost verlaufende Gebirgszüge und Längssenken des Kordillerensystems. In der Cordillera Central erreicht sie mit dem Pico Duarte (3 175 Meter) ihren höchsten Punkt.

Klima
Das Klima ist tropisch. Durch den Gebirgsverlauf weist es starke regionale Unterschiede auf. Da es unter dem Einfluss des Passats steht, wird das Klima auch von dem Wechsel einer winterlichen Trockenzeit und einer sommerlichen Regenzeit bestimmt. Die Gebirgszüge erhalten teilweise bis über 2 000 Millimeter Niederschläge im Jahr (1 525 Millimeter im Landesdurchschnitt). Gelegentlich wüten auch tropische Hurrikans. So wurden nach offiziellen Angaben durch den Hurrikan Georges im September 1998 etwa 200 Menschen getötet.

Flora und Fauna
Die Vegetation ist wie auch auf den anderen Westindischen Inseln sehr vielfältig. Sukkulenten- und Dornstrauchvegetation sind dort ebenso verbreitet wie immergrüner Bergwald und Nebelwald, an der Küste gedeihen Mangroven. Erhebliche Teile der ursprünglichen Waldflächen wurden allerdings gerodet, so dass heute nur noch 32,7 Prozent der Landesfläche bewaldet sind. Bemerkenswerte Baumarten mit essbaren Früchten sind Jagua-Bäume, Sternäpfel, Meerestrauben und Guayaven. Zudem gibt es Magagoni-Bäume, Magnolien, Orchideen und mehr als 20 Palmenarten.

Endemisch auf der Insel sind zwei Säugetierarten: Dominikanischer Schlitzrüssler (ein Insektenfresser) und Zaguti (ein Nagetier). Vor der Küste erscheinen Buckelwale. Zu den etwa 200 Vogelarten gehören Papageien wie Blaukronen-Amazonen und Flamingos. Meeresschildkröten kommen zur Eiablage an die Strände, zudem leben Leguane und Krokodile auf der Insel.

Bevölkerung
Die Einwohnerzahl beträgt rund 8,26 Millionen (2000), was einer Bevölkerungsdichte von 171 Personen pro Quadratkilometer entspricht. 60 Prozent davon sind Mulatten, 28 Prozent Weiße und 11,5 Prozent Schwarze. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 70,4 Jahren (2000). Der Anteil der Stadtbevölkerung hat im Verlauf der vergangenen Jahre erheblich zugenommen. Über 64 Prozent leben in Städten. 98 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum katholischen Glauben.

Wichtige Städte
Die Hauptstadt Santo Domingo, in der 2,40 Millionen Menschen leben, hat sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts weit über die einstigen Stadtmauern hinaus vergrößert. Abgesehen von den Elendsvierteln am Rand der Stadt recken sich immer mehr vielstöckige Appartment- und Geschäftshäuser in den Himmel. Große Einkaufszentren breiten sich aus. In der Altstadt bröckelt oft der Putz von den Fassaden. Dennoch versprüht der nicht restaurierte Teil dieser Stadt einen gewissen Charme, der allerdings die sozialen Missstände nicht auffängt, die hier sichtbar werden. Weitere größere Städte neben der Hauptstadt sind La Romana (132 693 Einwohner), San Francisco de Macoris (162 000 Einwohner), La Vega, San Juan und Barahona.

Bildung
Schulpflicht besteht in der Dominikanischen Republik für die Dauer von 10 Jahren. 83,8 Prozent der Bevölkerung können lesen und schreiben. Es gibt fünf Hochschulen, unter denen sich auch die älteste amerikanische Universität befindet. Sie wurde 1538 in Santo Domingo gegründet.

Kultur
Die Dominikanische Republik war der Ort, an dem sich die ersten Europäer als Kolonie in der Neuen Welt ansiedelten. Einige der Bauten aus der Kolonialzeit sind heute noch zu sehen. Europäischer Einfluss ist auch in der Kunst, Musik und Literatur spürbar. Der Nationaltanz Merengue entwickelte sich aber hauptsächlich aus afrikanischen Klängen und Tänzen.

Verwaltung und Politik
Das Land ist in 26 Provinzen und einen Nationaldistrikt gegliedert. Die örtliche Verwaltungsbefugnis liegt in den Händen des Nationaldistrikts, während die Gouverneure der Provinzen von der Exekutive ernannt werden. Gemäß der Verfassung von 1966 bekennt sich die Dominikanische Republik zur repräsentativen Demokratie und zur Gewaltenteilung. Die Legislative liegt beim Kongress, der sich aus Senat und dem Abgeordnetenhaus zusammensetzt. Beide werden für vier Jahre gewählt. Der Präsident steht an der Spitze der Exekutive, der unmittelbar ebenfalls auf vier Jahre gewählt wird. Er ernennt ein Kabinett und ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte sowie der Polizei.

Wirtschaft
Grundlagen der Wirtschaft sind der Tourismus, die Landwirtschaft und der Bergbau. Insbesondere der Tourismus schlägt in der Bilanz stark zu Buche (254 Millionen US-Dollar im Jahr 1998), denn die Dominikanische Republik hat sich in den vergangenen Jahren zum Mallorca in der Karibik entwickelt. Die Wirtschaft ist aber nach wie vor auf den Export landwirtschaftlicher Güter konzentriert. Neben dem Hauptanbauprodukt Zuckerrohr werden Bananen, Kaffee, Kakao, Tabak und Sisalpalmen kultiviert. 83 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe verfügen aber nur über Anbauflächen unter 6,3 Hektar, die oft lediglich zur Subsistenzwirtschaft ausreichen. Großgrundbesitz herrscht in den Tieflandgebieten vor.

Vorhandene Bodenschätze werden nur in begrenztem Umfang abgebaut. Bauxit und Nickel gewannen Anfang der siebziger Jahre größere Bedeutung. Die Vorkommen von Edelmetallen wie Gold, Silber und Platin sowie Eisenerz und Salz sind begrenzt. Der industrielle Sektor verarbeitet vor allem die heimischen Rohstoffe. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 16 Milliarden US-Dollar (1998; Dienstleistungen 55,6 Prozent, Industrie 32,8 Prozent, Landwirtschaft 11,6 Prozent). Daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 1 920 US-Dollar. 25 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt, 29 Prozent in der Industrie und 46 Prozent im Dienstleistungssektor.

Außenhandel
Exportiert werden Zucker, Ferronickel, Kakao, Kaffee, Bananen und anderes mehr, importiert werden Maschinen, Brennstoffe, Nahrungsmittel und Fahrzeuge. Die wichtigsten Handelspartner sind die USA, gefolgt von Venezuela, Mexiko und Japan.

Verkehrswesen

Die verkehrstechnische Erschließung ist für ein Entwicklungsland bemerkenswert. Das Straßennetz, das eine Gesamtlänge von 12 600 Kilometern besitzt, verbindet alle wichtigen Orte des Landes. Etwa 49 Prozent der Straßen sind befestigt. Eisenbahnverbindungen spielen dagegen vergleichsweise eine kleine Rolle. Die Schienenlänge der staatlichen Eisenbahngesellschaft weist lediglich 142 Kilometer auf. Das private Schienennetz umfasst 16 000 Kilometer, dient aber ausschließlich dem Transport von Zuckerrohr und Bananen. Von den 15 Häfen sind neun auf den Außenhandel spezialisiert, vier auf den Küstenverkehr und zwei auf den Tourismus. Wichtigste Häfen sind Santo Domingo, San Pedro de Macoris, La Romana sowie Puerto Plata an der Nordküste. Durch den Aufschwung des Tourismus hat der Flugverkehr eine größere Bedeutung erlangt. Anfang der neunziger Jahre wurde der Flughafen von Santo Domingo zu einer regionalen Drehscheibe ausgebaut.

"District of Columbia," Microsoft® Encarta® Online Encyclopedia 2001
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